Kehrtwende

30. Januar 2018

KehrtwendeMit dem Reinigen von Kaminen allein ist heute kaum noch Kohle zu machen. Viele Schornsteinfeger nutzen darum ihr Fachwissen, um Hausbesitzer umfas­send zu informieren – als geprüfte Gebäudeenergieberater.

»Als eigenständiger Beruf ist der des Schornsteinfegers vergleichs­weise jung. Erst 1664 trat in Wien die erste Verordnung zur Reini­gung von Kaminen in Kraft. 1705 wurde das „schwarze Handwerk“ zünftig und den Bauleuten ange­gliedert. Ein logischer Schritt, säu­berten Schornsteinfeger doch nicht nur die Schlote, sondern wachten auch über die Einhaltung von Bauvorschriften, die etwa Bal­ken durch den Rauchabzug verbo­ten. Und diese Kontrollfunktion besteht im Grunde bis heute.
Eine zündende Idee
Trotz modernster Öfen wird – ge­rade in älteren Wohnhäusern -viel Wärme verschwendet. Nicht nur wegen der steigenden Heiz­kosten ist das ein Problem, auch der Umwelt schadet dieser unnö­tige Verbrauch. Viele Hausbesitzer wissen aber gar nicht, wie sie En­ergie sparen können. Fachleute mit Sachverstand sind hier ge­fragt. Umso mehr, da seit 1. Juli für Vermietung und Verkauf äl­terer Gebäude in Deutschland ein Energieausweis Pflicht ist, der Auskunft über den Bedarf eines Hauses gibt.
Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) hat die Zeichen der Zeit längst erkannt: Um den Kunden in der Beratung und Prüfung dau­erhaft höchste Qualität bieten zu können, haben die TÜV Rhein­land LGA-Experten gemeinsam mit dem ZIV ein Anforderungs­profil entwickelt, das mit dem Personalzertifikat „LGA geprüfte Qualifikation als Gebäudeenergie­berater“ abschließt.
Teilnehmen an diesem Verfahren darf ein Schornsteinfeger nur, wenn er den Meisterbrief und einen Nachweis der Handwerkskammer als Gebäu­deenergieberater besitzt.

Außer­dem muss sein Betrieb über ein geprüftes Qualitäts- und Umwelt­managementsystem verfügen.

„Alle drei Jahre muss unser Zertifi­kat erneuert werden“, erklärt Thomas Strätz-Schödlbauer von TÜV Rheinland LGA.

Dazu weist der Schornstein­feger nach, dass er jährlich eine fachspezifische Weiterbildung be­sucht hat. „Theorie und Praxis in der Beratung sind dadurch stets auf dem neuesten Stand“, betont Gunar Thomas vom ZIV.

„Somit kann sich der Schornsteinfeger besser auf dem Markt positionie­ren“. Und der Kunde weiß, dass er einen ausgezeichneten Berater im Haus hat. Einen, der ihm – falls erforderlich – auch aufs Dach stei­gen kann.«